Arbeitskreis Quartiersforschung

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» Quartier und Kunst
Eingetragen von Olaf Schnur am 26.06.10

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Über die Bedeutung von Kunst und Kreativität für die Quartiersentwicklung wird seit einigen Jahren zunehmend diskutiert. Wir möchten in diesem Zusammenhang auf eine aktuelle Publikation und eine Konferenz zu diesem Thema hinweisen:

PUBLIKATION

Kunst macht Stadt - Vier Fallstudien zur Interaktion von Kunst und Quartier

von Philipp Rode, Bettina Wanschura und Christian Kubesch
aus der Reihe Quariersforschung, VS-Verlag, Wiesbaden

29,95 Euro

Der Band ist in 2. Auflage 2010 erschienen.

Kurzbeschreibung

Aufwertungsdiskurse über Stadträume bewegen sich heute im Spannungsfeld von vorhergehender Desinvestition und einsetzenden soziostrukturellen Verdrängungsprozessen. Die “kreative Klasse” spielt dafür sowohl im Rahmen von Gentrifizierungsprozessen, als auch für den sozio-ökonomischen und stadträumlichen Umbau zur kreativen Stadt eine Hauptrolle. Die Autoren untersuchen am Beispiel von vier Kunst- und Kulturprojekten in Wien, wie sich diese Projekte auf die Stadtstruktur auswirken und welche Rahmenfaktoren den Einfluss von Kunst und Kultur auf die Stadtentwicklung bedingen. Es wurden qualitative und quantitative Daten erschlossen und bearbeitet, wobei aufgrund des anwendungsorientierten, transdisziplinären Erkenntnisinteresses ein Schwerpunkt auf dialogische Elemente gelegt wurde. Einen zentralen Stellenwert nimmt dabei die Generierung von personenbezogenem Wissen ein.

Das Buch wendet sich an Dozierende und Studierende der Stadtgeographie, -soziologie und -planung sowie an Praktiker aus der Stadtentwicklung, der (Kommunal-)Politik und an KünstlerInnen.

Die AutorInnen

DI Dr. Philipp Rode ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Landschaftsarchitektur an der Universität für Bodenkultur in Wien und Partner des Planungsbüros zwoPK Landschaftsarchitektur.
DI Bettina Wanschura ist Gesellschafterin des Planungs- und Kommunikationsbüros PlanSinn mit Sitz in Wien.
DI Christian Kubesch ist Mitarbeiter des Referats für Wohnbauforschung und INternationale Beziehungen der Stadt Wien.


KONFERENZ

“The Arts and the City II - Kunst macht Quartier
Kultur als Entwicklungsstrategie? Zwischen Aufwertung und Empowerment”

Internationale Konferenz
Am 8. Juli, von 11–21 Uhr. Forum Factory, Besselstraße 14
Berlin - Südliche Friedrichstadt

Die Teilnahme ist kostenlos - um Anmeldung unter - - bis 6. Juli wird gebeten

INTRO

Kunstszene, Kunstprojekte und Kunstinstitutionen werden als Initiatoren und Beschleuniger von urbanen Aufwertungsprozessen betrachtet und sind mittlerweile fester Bestandteil im Werkzeugkasten von Quartiers- und Standortentwicklung. Doch zunehmend üben sich die vermeintlichen Aufwertungs-Pioniere in kritischer Distanz zu dieser Rollenverteilung – nicht zuletzt, da auch sie immer häufiger von Verdrängungsprozessen betroffen sind.

Zugleich hat die Gegenwartskunst ein neues Sensorium für Stadträume und lokale Kontexte entwickelt und nutzt diese als Aktions-, Projektions- und Ausstellungsraum. Un-Räume, Leerräume und Transformationsräume sind zu nachgefragten Arbeits- und Ausstellungsorten für Kunstprojekte und Kunstinstitutionen geworden - wobei immer öfter eine kritische Reflexion ökonomischer Verwertungsprozesse Teil des Programms ist.

Vor diesem Hintergrund entwickelt der Berliner Kunsthalle e.V. seit Jahren Konzepte und Strategien für einen neu-artigen Kunstraum, welche die kulturellen, gesellschaftlichen und stadträumlichen Potentiale einer Kunsthalle berücksichtigen.

Das Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung lädt in Kooperation mit dem Berliner Kunsthalle e.V. und dem Projekt Kreativquartier Südliche Friedrichstadt ein, über den Zusammenhang von Stadtentwicklung und Kunst zu diskutieren:

> Können zwischen Kunstfestivals, Kunstprojekten, Kunstinstitutionen auf der einen, und gesellschaftlichen Kollektiven auf der anderen Seite neue Partnerschaften und kreative Interaktionsformen entstehen, die für beide Seiten einen Mehrwert darstellen?
> Wie könnten sich Kunstquartiere und Projektzusammenhänge dauerhaft konstituieren, ohne in den Verwertungsstrudel der Immobilienwirtschaft zu geraten?
> Haben künstlerische Strategien der Raumnahme und des Arbeitens in sozialräumlichen Kontexten eine neue Bedeutung für das Selbstbewusstsein der Stadtgesellschaft? Oder bleiben sie nur Eventkultur und Quartiersdeko?

Auf der Suche nach Strategien und gelungenen Projekten wollen wir diese und weitere Fragen, mit Schwerpunkt auf die Berliner Situation, mit ExpertInnen und Akteuren aus Berlin, Wien, Hamburg und Basel diskutieren.

PROGRAMM

11.00 – 13.00 Uhr Exkursion zu Orten mit Interaktionspotential – Räume + Un-Räume; Work in Progress des Vernetzungsprojektes „Welchen Raum braucht die Kunst?“ des Berliner Kunsthalle e.V.

13.15 – 14.15 Uhr Gemeinsames Mittagessen

14.30 – 16.30 Uhr

AUFTAKT > Kunstraum-Raumkunst – Welchen Raum braucht die Kunst
?

Input 1 Daniela Brahm (Ex-Rotaprint, Wedding, Berlin)
Input 2 Bastian Lange (Multiplicities-Berlin)

16.45 – 18.45 Uhr

PARALLELE FOREN

FORUM I Kunstquartiere im urbanen Transformationsprozess - natürlicher Zyklus oder steuerbarer Prozeß?

Input 1 Christine Ebeling (Künstlerin, Gängeviertel e.V., Hamburg) | René Gabriel (Stadtplaner, Gängeviertel e.V., Hamburg)
Input 2 Katja Niggemeier (Quartiersmanagement Soldiner Straße, Wedding, Berlin)
Input 3 Klaus Bortoluzzi (AG Kultur im Reuterkiez, Neukölln, Berlin)
ROUND TABLE: Katja Niggemeier (Quartiersmanagement Soldiner Straße, Wedding, Berlin) | Bernhard Kotowski (bbk berlin) | Christine Ebeling (Künstlerin, Gängeviertel e.V., Hamburg) | René Gabriel (Stadtplaner, Gängeviertel e.V., Hamburg) | Daniela Brahm (Ex-Rotaprint, Wedding, Berlin) | Notker Schweikhardt (Berliner Kunsthalle e.V.) | Klaus Bortoluzzi (AG Kultur im Reuterkiez, Neukölln, Berlin)

FORUM II Kunstinstitutionen im Stadtraum: Raumschiff oder urbaner Begegnungsort?

Input 1 Stéphane Bauer (Kunstraum Kreuzberg/Bethanien)
Input 2 Florian Schmidt (Projekt Kreativquartier Südliche Friedrichstadt, Berlin)
ROUND TABLE: Angela Rosenberg (Temporäre Kunsthalle) | Leonie Baumann (NGBK Berlin) | Christina Werner (Koord. Institut für Raumexperimente, tbc) | Christof Struhk (Modulor) | Stéphane Bauer (Kunstraum Kreuzberg/Bethanien) | Susanne Husse (Berliner Kunsthalle e.V.) | Jan Engelmann (Referent Kunst und Kultur der Heinrich-Böll-Stiftung)

FORUM III Glokales Empowerment durch Kunstprojekte? Soziologische Utopie oder erprobtes Werkzeug?

Input 1 Philipp Rode (Universität für Bodenkultur, Wien / Kunstfestival: Soho in Ottarkring, Brunnenviertel, Wien)
Input 2 Uwe Jonas (NGBK-Projekt Alexanderplatz U2 und Pilotprojekt Gropiusstadt, Berlin)
ROUND TABLE: Adam Page (Künstler, NGBK) | Stefan Endewarth (Kotti-Shop) | Uwe Jonas (NGBK-Projekt Alexanderplatz U2 und Pilotprojekt Gropiusstadt) | Erik Dettwiler (Künstler, Berlin) | Les Schliesser (Künstler, Exrotaprint Wedding,Berlin) Philippe Cabane (Stadtsoziologe, nt/Areal, Basel) | Lilli Braunisch (Berliner Kunsthalle e.V.)

19.00 – 21.00 Uhr

ABSCHLUSSDISKUSSION Kunst – Macht – Quartier: Entwurf einer Strategie für Berlin

Input 1 Zusammenfassung der Foren
Input 2 Christof Struhk (Modulor Projekte GmbH, Kreuzberg, Berlin)
Input 3 Philippe Cabane (Stadtsoziologe, nt/Areal, Basel)

PODIUM:

- Dr. Jan Stöß (Stadtrat für Kultur Friedrichshain-Kreuzberg)
- Alice Ströver (Sprecherin für Kultur, Bündnis 90/ Die Grünen im Abgeordnetenhaus Berlin)
- Christine Ebeling (Künsterin, Gängeviertel e.V., Hamburg)
- Jochen Sandig (Radialsystem)
- Florian Schmidt (Projekt Kreativquartier Südliche Friedrichstadt, Berlin)
- Daniela Brahm (Ex-Rotaprint, Wedding, Berlin)

THE ARTS AND THE CITY – since 2009

Das Projektformat „The Arts and the City“ ist als internationales Forum zur Erforschung des Zusammenhangs von Urbanität und zeitgenössischer künstlerischer Praxis angelegt und will Anstoßgeber sein für eine innovative zukünftige Berliner Kunsthalle. The Arts and the City begann im Jahre 2009 mit dem internationalen Symposium „Wege zu einer Berliner Kunsthalle – Typologien innovativer Kunstzentren Europas“. Im Frühjahr 2010 startete das Vernetzungsprojekt „Welchen Raum braucht die Kunst?“, dessen Ziel der Aufbau eines interdisziplinären Proto-Netzwerkes für eine zukünftige Berliner Kunsthalle ist. Träger des Projektes ist der Berliner Kunsthalle e. V. Das Projekt wird vom Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung und wechselnden Partnern unterstützt. Konstanter Sponsor ist das Forum Berufsbildung und die Forum Factory.

VERANSTALTER | KONTAKT

Berliner Kunsthalle e.V.  http://www.berliner-kunsthalle.de
Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung http://www.bildungswerk-boell.de
Kreativquartier Südliche Friedrichstadt http://www.kreativ-quartier-berlin.de
Kontakt zum Koordinationsteam:

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