Arbeitskreis Quartiersforschung

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» Forschungsprojekt: Sicherung tragfähiger Strukturen für die Quartiersentwicklung
Eingetragen von Olaf Schnur am 28.10.10

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Kurzbeschreibung des Projekts

Mit dem Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Soziale Stadt“ werden seit 1999 integrierte Verfahren zur Quartiersentwicklung in Gebieten mit besonderem Ent-wicklungsbedarf gefördert. Bis 2009 waren insgesamt 571 Gebiete in 355 Kommunen an dem Programm beteiligt. Die verfassungsrechtlichen Grundlagen (Art. 104b GG) sehen allerdings eine zeitliche Befristung der Förderung vor. Wenngleich bislang bundesweit lediglich neun Gebiete offiziell aus der Förderung entlassen wurden, stellt sich kurz- oder mittel-fristig vielen Kommunen die Frage nach dem Programmausstieg und der Sicherung tragfähiger Strukturen.

In dieser Situation strebt das Forschungsprojekt an, Erfahrungen aus abgeschlossenen und laufenden Verfahren zusammenzutragen und auszuwerten. Im Ergebnis sollen Hinweise und Handlungsempfehlungen zur Gestaltung der Verstetigungsprozesse in Programmgebieten der „Sozialen Stadt“ erarbeitet werden. Dabei geht es insbesondere darum, notwendige Kompetenzen und Ressourcen, mit denen die lokalen Akteure ausgestattet sein müssen, zu ermitteln. Darauf aufbauend sollen die Verstetigungs-Chancen angestoßener Projekte und Strukturen bewertet werden, um nachhaltige Strukturen zu etablieren und die notwendigen Partner zur Beteiligung motivieren zu können.
Die Projektbearbeitung gliedert sich in drei Schritte:

In einem ersten Schritt (Oktober bis Dezember 2010) wird der Stand der Forschung aufbereitet. Neben der Auswertung vorliegender Studien werden Erfahrungen aus dem europäischen Ausland einbezogen. Von besonderem Interesse ist das britische Programm „New Deal for Communities“, das in diesem Jahr ausläuft. Es zeichnet sich ab, dass dort vier Ansätze der Verstetigung Einsatz finden: Etablierung von Nachfolge-Organisationen, Erschließung neuer Einnahmequellen u.a. durch die Übertragung von Vermögen und Grundstücken, Weiterführung von Bewohnerbeteiligungsverfahren durch die Kommune sowie Sicherung von Anschlussförderung in einzelnen Themenbereichen durch zuständige Fachbehörden.

In einem zweiten Schritt (Januar bis April 2011) werden Fallstudien in fünf beispielhaften Programmgebieten durchgeführt. Die Auswahl der Gebiete erfolgt über ein Bewerbungsverfahren, in dem Kommunen die Möglichkeit haben, ihre Expertise einzubringen, aber auch Fragen zu nennen, die für sie von zentralem Interesse sind. Die Fallstudien werden im Februar/März 2011 durchgeführt und folgende Themen umfassen:

Gebietsstruktur und Entwicklungsdynamik:
Darstellung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung, Ermittlung der wesentlichen Einflussfaktoren

Lokale Akteurskonstellation:
Ermittlung des Profils der (am Programm beteiligten und nichtbeteiligten) Akteure aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und ihrer potenziellen Rolle in der Verstetigung

Ziel-, Strategie- und Motivanalyse:
Analyse der Leitbilder und Ziele, die der Arbeit während der Förderung im Rahmen des Programms Soziale Stadt zugrunde lagen, sowie der Strategien, die zur Umsetzung entwickelt wurden. Dazu zählt auch das Integrierte Ent-wicklungskonzept und seine potenzielle Rolle nach Auslauf der Förderung.

Kompetenzanalyse:
Mit Blick auf die Verstetigung ist ein breites Kompetenz-Spektrum gefragt. In den Fallstudien wird herausgearbeitet, welche Kenntnisse und Wissensberei-che von den Experten vor Ort als bedeutsam für die Verstetigung eingeschätzt werden, welche vorhanden sind (und wie sie gesichert werden können), und welche ggf. eingeworben oder angeeignet werden müssen. Daraus lässt sich ein Profil für Beratungsbedarfe und ein Übergangsmanagement entwickeln.

Im dritten Schritt wird im Mai 2011 eine Fachtagung durchgeführt. Bei dieser Veranstaltung werden in einem Peer-Review-Verfahren mit etwa 30 lokalen Experten die ersten Erkenntnisse aus den fünf Fallstudien ausgewertet und Elemente für einen Leitfaden zur Gestaltung eines Übergangs in die Verstetigung (fading out) erarbeitet.

Im Ergebnis wird das Projekt Hinweise und Handlungsempfehlungen für die Gestaltung des Übergangsmanagements mit dem Ziel der Verstetigung liefern, die den das Programm steuernden Ministerien im Bund und in den Ländern zur Verfügung gestellt werden. Auf der kommunalen Ebene sowie für die Akteure und insbesondere die Träger in den Quar-tieren sollen die Ergebnisse dazu beitragen, die Situation im Hinblick auf die Verstetigung adäquat zu erfassen und einordnen zu können sowie konkrete Hinweise und Hilfen für die Ausgestaltung des Übergangsmanagements zu bieten.

Download Anschreiben
Download Bewerbungsbogen

Meldeschluss für interessierte Programmgebiete ist der 15.11.2010. Ansprechpartner ist Patrick Stotz: patrick.stotz[at]hcu-hamburg.de

Kontakt zur Arbeitsgemeinschaft HCU – HAW - steg

HCU Hamburg Prof. Dr.-Ing. Thomas Krüger: thomas.krueger[at]hcu-hamburg.de
HAW Hamburg Prof. Dr. Simon Güntner: simon.guentner[at]haw-hamburg.de
steg Hamburg Dipl. Psychologin Nadia Fritsche: nadia.fritsche[at]steg-hamburg.de

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